Die AfD Offenburg hatte vergangenen Sonntag zum Volkstrauertag, wie in den vergangenen Jahren auch, einen Kranz mit schwarz-rot-goldener Schleife und der Aufschrift "In stillem Gedenken - AfD Offenburg", am Waldbachfriedhof bei den Grabsteinen, die an die gefallenen Soldaten der Weltkriege erinnern, niedergelegt. In unserer kleinen Gruppe waren sowohl Bundeswehr- als auch Einsatzveteranen. Irgendwelche Parteizeichen oder -symbole waren nicht an dem Kranz angebracht. Veröffentlicht hatten wir dazu nichts. Es ist uns eine Herzensangelegenheit gewesen. So richtig verstehen, können das am ehesten Einsatzveteranen, die selbst schon Kameraden in schwarz-rot-goldenem Tuch umhülltem Zinksarg auf die Heimreise verabschieden mussten. Und dann mussten wir mitbekommen, dass unser Kranz abgeräumt wurde. Auf Geheiß der Stadtspitze! Das sei "unzulässig" und es sei "ein wichtiges Anliegen, diesen würdevollen und traditionellen Rahmen zu schützen", ließ man die Pressestelle verkünden. Welch bodenlose Unverschämtheit! Schützen, vor was? Vor einer Schleife in schwarz-rot-goldenen Farben? Oder weil ziemlich marginal "AfD" darauf stand? Erstens gibt die mehr als ausführliche Friedhofssatzung dieses "unzulässig" nirgends her, eine andere Rechtsgrundlage für diese niederträchtige Schändung der Ehrung Gefallener und Toter der Weltkriege und Bundeswehreinsätze konnten wir auch nirgends finden. Unwahr ist ebenso, dass die Stadt die Kränze auch in den vergangenen Jahren sofort entfernt habe. Dem war nicht so. Das hatten wir immer kontrolliert. Es ist reine politische Willkür. Wahrscheinlich ist den Vertretern der Parteien, die auf höherer Ebene gerade einen auf Kriegstüchtigkeit propagieren, aufgefallen, dass sie ja vielleicht auch einen Kranz hätten niederlegen können. Andernorts machen das schließlich nicht nur AfD-Verbände, sondern sehr wohl auch andere politische Parteien. Wenn in unserem Land die Ehrung und das Gedenken Gefallener derart mit Füßen getreten wird, lege ich Eltern von heute bei der derzeitigen Kriegstreiberei Reinhard Meys Losung "Nein, meine Söhne geb' ich nicht" ans Herz.


