Demokratieforum? Vielleicht im nächsten Anlauf?
Wie Sie vielleicht über die Jahre bemerkt haben, mag ich es gerne mal ironisch, sarkastisch oder auch satirisch. Die Würze macht's eben. Eine realsatirische Selbstentwaffnung wie sie der Veranstalter des tatsächlich "Demokratieforum" genannten Spektakels im Stadtteil- und Familienzentrum Innenstadt "gelungen" ist, wäre mir allerdings nie in den Sinn gekommen. Es löste bei mir zunächst Kopfschütteln und dann ein lautes Lachen aus. Da wurde allen Ernstes dazu eingeladen, über Demokratie, wahrscheinlich "Unsere Demokratie", zu reden und das Erste, was geschah war, dass man einen demokratisch gewählten Stadtrat, nämlich Dr. Fritz Düker, mit Hilfe der Polizei entfernen ließ. Kann man sich nicht ausdenken. Zum Lachen ist das an sich nicht, bei mir löste es dennoch Freude aus, da ich ja schon lange weiß, mit welch selektiver Demokratieauffassung bestimmte Zeitgenossen hausieren gehen. Und dass diese sich jetzt in aller Öffentlichkeit mit diesem für alle normal denkenden Menschen schockierenden Demokratieverständnis selbst entlarven, nimmt unsereinem natürlich indirekt viel Arbeit ab. Daher die Freude. Gratis nachgelegt über die Presse, dass sie ins gleiche totalitäre Horn stoßen wie der Veranstalter, haben die selbsternannten Antirassisten. Danke dafür. Was gar nicht thematisiert wurde und gar nicht amüsant ist: Das Stadtteil- und Familienzentrum ist ein öffentliches Gebäude. Zur Veranstaltung wurde öffentlich eingeladen. Der Veranstalter berief sich aufs Hausrecht? Wenn die AfD in den vergangenen zwölf Jahren öffentliche Veranstaltungen in öffentlichen Gebäuden abhielt, war die Rechtsauffassung der Ortspolizeibehörde (Stadt) und der Polizei immer, dass wir auch die Störer (egal wie sie uns zuvor beleidigt hatten!) hinein lassen mussten. Hat sich da etwas geändert? Wurde im Stadtteil- und Familienzentrum ein Präzedenzfall geschaffen? Wir werden das auf jeden Fall als einen solchen aufnehmen. Ansonsten wünsche ich dem Demokratieforum, dass es künftig seinem Namen gerecht wird. Nehmen Sie rege daran teil, gehen Sie hin und diskutieren, lassen Sie sich das Wort nicht verbieten. Ohne Meinungsvielfalt gibt es keine Demokratie. Schon der gute Perikles wusste: "Wo alle der gleichen Meinung sind, wird meistens gelogen."


